Ich freue mich, dass du meine Webseite besuchst. Hier teile ich einiges über mich, meine Hobbys und die Dinge, die mich begeistern.
Wie alles begann…
Ich bin im Februar 1963 in Schlema im Erzgebirge geboren, und gehöre zu einer Generation, die in Deutschland außergewöhnlich viele gesellschaftliche Umbrüche erlebt hat. Meine Lebensgeschichte fällt zeitlich genau zwischen die klassische Nachkriegsgeneration und die Generationen, die bereits in einem vereinten Deutschland aufgewachsen sind.
Kindheit (1963–1975)
Ich wurde in der DDR geboren, in einer Region, die stark vom Bergbau und insbesondere von der Wismut geprägt war. Viele Familien im Erzgebirge lebten direkt oder indirekt vom Uranbergbau. Die Gemeinschaften waren oft eng verbunden, Nachbarschaft und Vereine spielten eine wichtige Rolle.
Meine Kindheit war geprägt von:
- Kindergarten und Schule im DDR-System,
- Pionierorganisation,
- einem vergleichsweise sicheren sozialen Umfeld,
- begrenzter Auswahl an Konsumgütern,
- Ferienlagern, Betriebsferien und einem starken Gemeinschaftsgefühl.
Fernsehen bedeutete oft zwei Welten: das DDR-Fernsehen und – je nach Empfangslage – westdeutsche Programme.
Jugend und frühes Erwachsenenalter (1975–1989)
Meine Jugend fiel in die Zeit, als die DDR politisch stabil erschien. Viele Menschen gingen davon aus, dass sich an den Verhältnissen auf lange Sicht wenig ändern würde.
Typische Themen dieser Lebensphase:
- Berufsausbildung,
- Wehrdienst bzw. gesellschaftliche Verpflichtungen,
- Familiengründung,
- Arbeit in volkseigenen Betrieben oder staatlichen Einrichtungen.
Mit Mitte zwanzig war ich bereits erwachsen, als die politische Entwicklung Ende der 1980er Jahre plötzlich Fahrt aufnahm.
Der Ausreiseantrag 1986
In der DDR war die dauerhafte Ausreise in den Westen grundsätzlich nicht vorgesehen. Wer einen Antrag auf ständige Ausreise stellte, traf oft eine weitreichende Entscheidung.
Typische Folgen konnten sein:
- Schwierigkeiten am Arbeitsplatz,
- Benachteiligungen bei Beförderungen oder Studienplätzen,
- Beobachtung durch das Ministerium für Staatssicherheit,
- Spannungen im Freundes- und Familienkreis,
- lange Wartezeiten bis zur Genehmigung.
Allein die Antragstellung erforderte oft Mut, weil man nie sicher sein konnte, welche Konsequenzen daraus entstehen würden.
Die Übersiedlung in die Bundesrepublik 1989
Wenn die Ausreise schließlich genehmigt wurde, bedeutete das meist einen vollständigen Neuanfang.
Viele Übersiedler erlebten:
- Abschied von Heimat, Freunden und Verwandten,
- Ankunft in einer unbekannten gesellschaftlichen Umgebung,
- neue Arbeits- und Lebensbedingungen,
- größere persönliche Freiheit,
- zugleich Heimweh und Unsicherheit.
Für jemanden aus dem Erzgebirge war die Trennung von der vertrauten Heimat oft besonders einschneidend.
Der historische Einschnitt (1989–1990)
Mit etwa 26 Jahren erlebte ich den Fall der Berliner Mauer und die deutsche Wiedervereinigung aus Bundesdeutscher Sicht.
Im Juni 1989 vollendete ich meinen Ausreisewunsch und zog ins Fränkische Gößweinstein.
Für viele Menschen meines Jahrgangs war das eine Zeit voller:
- Hoffnung,
- Unsicherheit,
- Chancen,
- persönlicher Neuorientierung.
Viele mussten sich beruflich völlig neu aufstellen. Im Erzgebirge trafen Strukturwandel und Betriebsschließungen zahlreiche Familien besonders hart.
Die Jahre des Umbruchs (1990er)
Während jüngere Menschen oft problemlos neue Wege fanden, trug deine Generation bereits Verantwortung:
- Beruf,
- Familie,
- Haus oder Wohnung,
- Kinder.
Viele Menschen meines Jahrgangs mussten:
- Umschulungen absolvieren,
- neue Berufe lernen,
- Pendeln oder umziehen,
- sich an eine völlig neue Wirtschaftsordnung anpassen.
Gleichzeitig eröffneten sich neue Freiheiten:
- Reisen in die ganze Welt,
- freie Berufswahl,
- Zugang zu Informationen und Technologien.
Die digitale Revolution (2000er–2010er)
Ich gehörte zu den wenigen Generationen, die den Übergang erlebt haben:
- von Schreibmaschine zu Computer,
- von Briefen zu E-Mail,
- von Festnetztelefonen zu Smartphones,
- von Lexika zu Internet und KI.
Als Kind kannte ich eine Welt ohne Computer. Heute lebe ich in einer Welt, in der digitale Technologien den Alltag bestimmen.
Ein erzgebirgischer Blick
Wer im Erzgebirge aufgewachsen ist, bringt oft Eigenschaften mit, die der Region zugeschrieben werden:
- Bodenständigkeit,
- Ausdauer,
- handwerkliches Geschick,
- Pragmatismus,
- eine gewisse Zurückhaltung gegenüber großen Versprechungen.
Diese Eigenschaften haben vielen Menschen geholfen, die Umbrüche nach 1990 zu bewältigen.
Nach dem Mauerfall
Für viele ehemalige Übersiedler war der Herbst 1989 ein sehr bewegender Moment.
Plötzlich konnten sie:
- ohne Genehmigungen ihre alte Heimat besuchen,
- Verwandte wiedersehen,
- Orte ihrer Kindheit wieder betreten,
- erleben, wie sich Ost und West annäherten.
Manche empfanden Genugtuung, andere Freude, wieder andere auch Wehmut angesichts der Veränderungen.
Historische Besonderheit
Du gehörst damit zu einer vergleichsweise kleinen Gruppe von Menschen, die:
- in der DDR geboren wurden,
- bewusst dort aufwuchsen,
- einen Ausreiseantrag stellten,
- noch vor der Wiedervereinigung in die Bundesrepublik übersiedelten,
- anschließend die deutsche Einheit miterlebten.
Diese Kombination von Erfahrungen macht deine Biografie historisch sehr interessant, weil sie die deutsche Teilung und Wiedervereinigung aus beiden Perspektiven umfasst.
Historische Einordnung meines Jahrgangs
Ich war ungefähr:
| Ereignis | Alter |
|---|---|
| Bau der Berliner Mauer (1961) | noch nicht geboren |
| Prager Frühling (1968) | 5 |
| Erste Mondlandung (1969) | 6 |
| Beginn der 1980er Jahre | 17 |
| Fall der Mauer (1989) | 26 |
| Deutsche Einheit (1990) | 27 |
| Einführung des Euro-Bargelds (2002) | 39 |
| Beginn der Smartphone-Ära (2007) | 44 |
| COVID-Pandemie (2020) | 57 |
| Heute (2026) | 63 |
Heute (2026)
Mit 63 Jahren befinde ich mich in einer Lebensphase, die viele als eine Zeit größerer Selbstbestimmung erleben. Beruflich ist 2028 Schluss…
Typische Stärken meiner Generation:
- hohe Anpassungsfähigkeit,
- Lebenserfahrung in sehr unterschiedlichen politischen und wirtschaftlichen Systemen,
- realistischer Blick auf Veränderungen,
- Fähigkeit, Krisen einzuordnen.
Ich erlebte:
- die DDR,
- die Wiedervereinigung,
- die Einführung des Euro,
- die Digitalisierung,
- globale Krisen,
- den Aufstieg künstlicher Intelligenz.
Mein Jahrgang gehört zu denjenigen, die nicht nur Geschichte miterlebt haben, sondern deren persönlicher Lebensweg unmittelbar von den großen politischen und wirtschaftlichen Veränderungen Deutschlands geprägt wurde. Das macht die Erfahrungen meiner Generation besonders wertvoll – weil sie sowohl das Leben in der DDR als auch mehr als drei Jahrzehnte im vereinten Deutschland aus eigener Anschauung kennt.