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Großmeister Artur Jussupow trainierte in „Pulvermühle“ den deutschen Nachwuchs

Schach-Olympiasieger zu Gast
Ex-Russe zählt zu den zehn besten deutschen Tüftlern am Brett — Lob für Atmosphäre
Ein Bericht vom 22.01.2003 / Quelle - Nordbayerischen Nachrichten

WAISCHENFELD (tw) — In Sachen „Schach“ besitzt die „Pulvermühle“ bekanntlich Weltruf, nachdem hier im Jahr 1968 die Elite des „königlichen Spiels“ während eines Großmeisterturniers in Bamberg empfangen wurde. Nun war am Wochenende der fünfmalige Olympiasieger und ehemalige Weltranglisten-Dritte sowie Jugendweltmeister von 1977, Artur Jussupow, zu Gast. Er unterrichtete in einem dreitägigen Seminar den Schachnachwuchs aus der gesamten Bundesrepublik. Für die 27 Teilnehmer von Berlin bis Stuttgart galt das Motto „Realisierung eines Vorteils“.
Großmeister Artur Jussupow, 42, ist in Moskau geboren. Seit elf Jahren hat er die deutsche Staatsangehörigkeit. Er zählt heute zu den zehn besten deutschen Schachspielern. Drei Mal stand der ehemalige Russe noch im Team der damaligen sowjetischen Nationalmannschaft auch im Hauptfinale der Schach-Weltmeisterschaft. Sieben Jahre lang spielte er dann für die Deutsche Nationalmannschaft. Hier war der größte Erfolg die Silbermedaille bei der Schacholympiade im Jahr 2000 in Istanbul. Dies gelang außer 1939 keinem Deutschen.
Lächelnd bekennt der umgängliche Großmeister mit der langen Haarpracht, dass er auch vor der Schacholympiade in der „Pulvermühle“ trainiert hat.
Jetzt reist der Neu-Ulmer als Schachtrainer durch die Republik und bildet vorwiegend die Jugend aus. Noch immer ist Jussupow aber auch Mitglied des Deutschen Nationalkaders. Seinen größten Erfolg als Trainer hatte er im vergangenen Jahr. Da wurde nämlich seine Schülerin Elisabeth Pähtz nach einem erfolgreichen Lehrgang in der „Pulvermühle“ die neue Jugendweltmeisterin.
Wie Jussupow erzählt, will er als Trainer das königliche Spiel besonders bei den Jugendlichen populärer machen. Die Jugend hat in Deutschland, im Gegensatz zu Russland, nur sehr wenige Schachtrainer. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass der Großmeister nun eine Schachakademie gegründet hat und auch bereits eine Heftreihe über das Brettspiel herausgab. Wie Jussupow meint, gibt es in ganz Deutschland kein besseres Haus für Schach als die „Pulvermühle“, die fünf Schachweltmeister beherbergte.