Homepage des Schachkreis Bayreuth-Pegnitz & "STEFFAN`s Schachseiten |
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Diese Seite wurde mit Frontpage 2002 erstellt. |
© by Klaus Steffan 15-05-02 15:59 |
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| WORLD BOYS AND GIRLS CHESS CHAMPIONSHIPS 1998 in Espania vom 25.10. bis 07.11.98 | |||
Infos von der Deutschen Schachjugend über die WM
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Infos zur Weltmeisterschaft der Jugend mit Axel Heinz vom SC Creussen in Oropesa del Mar bei Valencia |
Ergebnisse R. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 | |
Axel konnte in den 11 Partien zwei mal gewinnen, achtmal spielte er Remis und nur einmal mußte er sich geschlagen geben. Sechs Punkte aus elf Spielen sind ein tolles Ergebniss. |
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Bericht von Markus Müller SC Creussen
Daß ein kleiner Schachspieler aus dem Schachkreis Bayreuth-Pegnitz bei entsprechendem Talent auch mit der großen weiten Schachwelt mithalten kann, bewies in den zurückliegen-den zwei Wochen der zehnjährige Bayreuther Axel Heinz vom Schachclub Creußen. Er vertrat bei der Jugendweltmeisterschaft im spanischen Oropesa del Mar (bei Valencia) die deutschen Farben in der Altersgruppe U 12 und belegte dabei mit 6,5 Punkten aus 11 Runden den 34. Rang, was auch von den Trainern des Deutschen Schachbundes als sehr zufriedenstellendes Ergeb-nis eingeschätzt wurde. Dabei haben Axels Kontrahenten ihm nichts geschenkt. Eine bunt gemischte Gegnerschaft mit Natio-nalitäten von England bis China und von Lettland bis Kanada verlangte dem Ausnahmetalent stets höchste Konzentration ab. Keine seiner Partien dauerte unter vier Stunden, die meisten fanden erst in der sechsten (und damit letztmöglichen) Stunde ihr Ende. Nur wer selbst schon so lange Zeit brütend über ei-nem Schachbrett verbrachte, kann ermessen, was es bedeutet, daß Axel angesichts dieser Anstrengung nur eine Partie verlo-ren geben mußte. In acht seiner Begegnungen kam es zu hart er-kämpften Punkteteilungen und zwei Duelle konnte er für sich entscheiden, nämlich gegen den Kasachen Iskakov und den deut-schen Champion Stephan Raach, der Axel bei der Deutschen Mei-sterschaft die Siegestrophäe noch knapp vor der Nase wegge-schnappt hatte. Wie stark Axels Gegner waren, zeigt auch die Tatsache, daß zwei von ihnen, nämlich die Ungarn Papp (2190) und Balogh (2155), bereits ELO-Zahlen (ein internationales Maß für die Spielstärke) besitzen, mit denen sie sich unter die zehn stärksten Erwachsenen des Schachkreises Bayreuth-Pegnitz einreihen würden, während Axel als bester Jugendlicher im Schachkreis mit einer Wertungszahl von etwa 1550 notiert. Ge-gen Papp mußte er denn auch seine einzige Niederlage (nach zwischenzeitlicher Gewinnstellung!) hinnehmen, während er ge-gen Balogh ein Remis erzielte, auf das er besonders stolz ist, weil er dabei schon eine Figur eingestellt hatte und danach durch einen heftigen Königsangriff noch ein Dauerschach er-reichte. In den Kampf um die Spitze konnte der Creußener Jung-meister aber natürlich nicht eingreifen. Hier rahmten zwei kleine Aserbaidschaner (also Landsmänner des Weltmeisters Ka-sparov) auf den Plätzen 1 und 3 einen Ukrainer ein. Die Ge-samtländerwertung der über 800 jugendlichen Teilnehmer gewann aber wieder einmal souverän Rußland vor der Ukraine und China. Im Gegensatz zu diesen Ländern, wo nach wie vor auch der Staat ein erhebliches Interesse an der Heranbildung neuer Schach-größen hat, ist man in Deutschland fast ausschließlich auf Privatinitiative angewiesen, wenn man im Schach nach oben kom-men will. Doch glücklicherweise finden Nachwuchstalente vom Schlage eines Axel Heinz auch bei uns immer wieder Verständnis und Hilfe bei der Ausübung ihrer Sportart. So gewährte das Graf-Münster-Gymnasium dem Fünftkläßler eine Woche Unter-richtsbefreiung, damit er überhaupt an der Weltmeisterschaft teilnehmen konnte. Eine dabei versäumte Schulaufgabe wird er nachschreiben und hat deshalb in seiner freien Zeit während der WM auch immer wieder einmal Englisch gepaukt, obwohl bei dem herrlichen Wetter in Spanien auch der Sandstrand unter Dattelpalmen gelockt hätte. Insgesamt war die Atmosphäre bei dieser Weltmeisterschaft aber nicht so entspannt und freund-schaftlich wie etwa bei einer Deutschen Meisterschaft so befanden Axel und seine Mutter Karin Heinz, die als Begleit-person mit vor Ort war, übereinstimmend. Als Grund dafür mach-ten sie zum einen die Sprachbarriere aus. So verstanden unter den Zehn- und Elfjäh-rigen, die ja kaum über Fremdsprachen-kenntnisse verfügen, viele schon das einfache Angebot "Remis?" nicht. Axel entwickelte deshalb die Methode, daß er auf ein Blatt die mathematische Form der Punkteteilung notierte ("1/2:1/2?") und dies dem Gegner unter die Nase hielt, worauf-hin dieser im Normalfall durch bedächtiges Wägen des Kopfes, kräftiges Nicken oder skeptisches Schütteln seine Haltung dazu kundtat. Mit dem Gespür des wettkampferprobten Schachspielers machte Axel auch noch einen weiteren Grund für die leicht ver-bissene Turnieratmosphäre aus, aber der sollte angesichts der Zusammenballung junger und hoffnungsvoller Landesmeister sowie ihrer "Vizes" nicht allzusehr überraschen: "Die wollen alle nur gewinnen."
Markus Müller